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Hochwürden Francis Xavier Pierz, ein Missionar war ein außergewöhnlicher
Mann unter den amerikanischen Pionieren, die ihr Heimatland verließen, um das Christentum unter den Indianern zu verbreiten
und sie zu zivilisieren. Man muß von Hingabe und glühendem Eifer erfüllt sein, um sein Heimatland in einem Alter zu
verlassen, in dem die Mehrheit sich nur noch nach Ruhe als Abschluß eines harten Arbeitslebens sehnt. Dies ist der Fall
bei Hochwürden Pierz. Er wurde am 20. November 1785 in dem Dorf Godic bei Kamnik, Slowenien geboren und 1813 geweiht.
Er verbrachte mehrere Jahre als Hilfspfarrer in Kranjska Gora. Mehrere Jahre lang war er Pfarrer in den Dörfern Pece und
Podbrezje. Er war ein unermüdlicher Arbeiter und verbesserte die Lebensbedingungen in den Dörfern, wo er arbeitete.
Er war ein Mann der Praxis. Was auch immer er anfing, er führte es erfolgreich zu Ende. Er veröffentlichte das Buch
Ein Gärtner von Carnolia (Kranjski vrtnar), das viele Bauern in die Lage versetzte, ihr Einkommen zu verbessern.
Als die Neuigkeiten über die Arbeit von Bischof Baraga aus Amerika in Slowenien bekannt wurde, verlangte es Father Pierz
nach härterer Arbeit und Opfer. Er verließ seine wohlorganisierte Gemeinde und kam nach Amerika.
Am 18. Oktober 1835 landete er in New York, aber im Hafen fing sein gesamtes
Gepäck Feuer, ein Zeichen, daß er schweren Zeiten entgegengehen würde. Oftmals hatte er Tränen in seinen Augen, aber er
hatte einen eisernen Willen und überwand alle Schwierigkeiten. Er begann seine Missionstätigkeit in Baragas Diözese im
Oberen Michigan. Er war sehr erfolgreich bei seiner Arbeit. Er verbrachte 17 Jahre auf den Missionsstationen in La Croix,
Fort William, Sault Ste. Marie, Grand Portage, Arbre Croche, Middletown, Sheboygan, Isle de Castor, Manistique, Grand
Travers, Meshkigong und einigen anderen. In Baragas Diözese waren die Missionsstationen ziemlich gut organisiert, aber
er wollte noch mehr Pflichten übernehmen. Er ging in das nördliche Minnesota, dieses Gebiet hatte keinen ständigen
Missionar.
Im Juni 1851 überstellte ihm Bischof Cretin aus St. Paul, Minnesota, die
Kreise, die Teil der Diözese von St. Cloud und Duluth waren. Das Zentrum der Missionsaktivitäten des Father Pierz war
Crow Wing, und er mußte für die Indianer in Mille Lacs, Cass Lake, Red Lake und einige weitere Gebiete sorgen. Wir
erwähnten schon, daß Father Pierz ein sehr praktisch veranlagter Mensch war und den weißen Siedlern Hinweise geben konnte,
sich auf den reichen Böden der Prärie niederzulassen. In der Diözese von St. Cloud mit Bischof J. Trobec, der heute im
Ruhestand lebt, hielt Father Pierz am 20. Mai 1855 die erste Messe im Hause von Mr. Schwarz ab. Im Jahre 1885 wurde das
Jahresgedächtnis dieses Ereignisses begangen. Father Pierz nahm sich der Indianer an, aber zugleich vergaß er seine
slowenischen Miteinwanderer nicht. Er eröffnete eine Reihe von neuen Missionsstationen wie z. B. St. Joseph,
St. Jacob, Richmond, Rich Prairie, Little Falls, Sauk Center und Sauk Rapids. Die Gemeinde von Pierz, Richmond,
MN wurde nach dem harten Arbeiter benannt. Er versuchte mit großem Eifer, neue Helfer und Mitarbeiter anzuwerben. Er
hatte Erfolg, indem Mönche des Benediktiner-Ordens in das nördliche Minnesota kamen. Er arbeitete 21 Jahre lang sehr hart.
Er war beinahe 90 Jahre alt und sein Sehvermögen nahm ab. Er kehrte in sein geliebtes Heimatland zurück, wo er noch sieben
Jahre verbrachte. Er starb hochbetagt 1880 in seinem Heimatland Slowenien nach einem erfüllten seelsorgerischem Leben.
Neben Bischof Baraga ist Father Pierz der berühmteste slowenische Pionier im amerikanischen Nordwesten.
-- Aus dem Anhang Liste der prominenten Slowenen von
Hochw. J. M. Trunk (1912), übersetzt durch die Slowenische genealogische Gesellschaft.
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Die Geschichte der Niederlassung in Richmond und ihres Wachstums ist die
Geschichte der deutschen Einwanderer, die in den 1850er Jahren in das ganze Sauk River-Tal kamen. Sie stürzten herein,
um das Landvakuum zu füllen, das durch die Öffnung des Landes westlich vom Mississippi durch Verhandlungen mit den Sioux
entstand zwei Jahre, nachdem Minnesota am 3. März 1849 von Präsident Polk zum Territorium erklärt worden war. In jenen
Jahren waren die Wasserstraßen die besten Möglichkeiten zum Transport. Die Aussichten waren gut, um sich im Sauk-Tal
niederzulassen, das bedeutete, auf der Hauptdurchfahrtsroute der Red-River-Handelsroute zwischen St. Paul im Süden
und Pembina im Norden zu sein.
Es gab frühe Enthusiasten, die den Ruf nach Siedlern in diesem Gebiet
heraustrompeteten. Zwei von ihnen waren James M. Goddhue, der mutige Herausgeber des "Minnesota Pionier" und Hochwürden
Francis Pierz, der Organisator der ersten katholischen Pfarrgemeinde in Sauk Rapids im Jahre 1853. Beide veröffentlichten
glühende Berichte über die Herrlichkeiten von Eden, die die herzlichen Seelen erwarteten. Goddhue hatte einen ungeheuren
Glauben an die zukünftige Bestimmung von Minnesota. Die Redaktionsseiten des "Pioniers" sagten voraus "eine Geschwindigkeit
des Wachstums, die ohne Vergleich selbst in den Annalen über den Fortschritt im Westen" sei und versprach, daß "sie hier
ein unbeschränkt gesundes Klima, fruchtbaren und gut entwässerten Boden und auf dem Mississippi den besten Markt für
mechanische Produkte in der Union finden werden. Bei so einer Bevölkerung werden nicht nur die Künste, sonder auch
Wissenschaft und Moral kommen. Unsere Wasserfälle von St. Anthony mit Hunderten von Wasserkräften an anderen Strömen
können für Zwecke der Manufaktur eingesetzt werden. Blühende Städte werden an ihnen entstehen. Unsere welligen Prärien
werden gedeihen unter der Hand des Ackerbaus; diese Hügel und Täler werden fröhlich sein mit den Stimmen von Schulkindern,
und die Kirchen sollten den moralischen Fortschritt unseres Landes anzeigen."
Goddhues Aufruf hatte einen allgemein fördernden Charakter, während der von
Father Pierz darauf gerichtet war, deutsche Einwanderer in das Sauk-Tal zu bekommen. In den Jahren 1854 und 1855
veröffentlichte er Artikel, die die Möglichkeiten für eine Niederlassung in seiner Mission priesen. Er beschrieb das
Gebiet als einen höchst geeigneten Platz zur Niederlassung. In Bezug auf die Natur des Bodens schrieb der Missionar
mit glühenden Worten: "Mehr als die Hälfte der offenen Weiden in Minnesota haben einen ausgezeichneten schwarzen lehmigen
Boden mit einer hervorragenden Mischung von Sand und Klei und auf der Oberfläche einen reichen Mutterboden, der durch das
Welken der Pflanzen in Tausenden von Jahren entstanden ist, so daß es schwer sein dürfte, irgendwo in der Welt einen Boden
zu finden, der besser geeignet ist, ein reiches Entgelt für die Mühe des Bauern hervorzubringen." Eine gute
Wasserversorgung ist auch zu erreichen, bemerkte Pierz. "Ich kann meinen Lesern versichern, daß nicht die Hälfte der Flüsse
und kaum ein Drittel der Seen dieser wunderschönen Gegend auf den Karten eingezeichnet sind. Darüber hinaus wird man an
vielen Stellen Quellen mit eiskaltem Trinkwasser finden, und wenn hier und da ein Farmer nicht solch eine Versorgung vor
seiner Tür hat, kann er in wenigen Tagen und mit geringen Kosten einen ergiebigen Brunnen graben in einer Tiefe von acht
bis zwölf Fuß. Deshalb brauchen Einwanderer keine Angst zu haben, daß ihnen Wasser fehlen könnte." Der Missionar schrieb
begeistert über die Winter in Minnesota und versicherte, daß sie aus ihren Gedanken alle Bemerkungen über ihren kalten
Charakter streichen könnten: "Während der drei Jahre, die ich dort verbracht habe, habe ich nicht mehr als einen Fuß hoch
Schnee gesehen, und mit Ausnahme von ca. 15 oder 20 kalten Tagen war das Wetter im allgemeinen so angenehm, daß man draußen
arbeiten konnte. Während des letzten Winters habe ich deutsche Siedler bei der Arbeit in Hemdsärmeln gesehen, die ihr
Holz zum Bauen und Einzäunen schlugen." Weiterhin erklärte Pierz: "Der Sommer in Minnesota ist zuträglicher für die
menschliche Gesundheit und für das Wachstum auf den Feldern und bei den Gartenerzeugnissen als in irgendeinem anderen
Land der Welt."
Father Pierz machte besondere Anstrengungen, um zu verhindern, daß deutsche
Einwanderer, die zeitweise in Indiana und Ohio lebten, weiter in den Süden zogen. Er hatte nichts als Verachtung für das
Klima südlich des Ohio-Flusses. So schreibt er: "In den südlichen Staaten von Nordamerika sind das Klima, die Luft und
die Gesundheit der Leute sehr verschieden. Dort ist der Winter viel kürzer, aber sehr wechselhaft und feucht und deshalb
gefährlich für die Gesundheit. Während der heißen Sommertage steigen große Mengen von schädlichen Dämpfen und giftigen
Gasen aus den Marschen und dem mit Mineralien belasteten Boden und hängen wie ein schwerer Nebel und vergiften die Luft und
die Feldfrüchte. Daher treten schwere Fieber, Cholera und andere Epidemien auf und füllen die Krankenhäuser mit Patienten
und die Friedhöfe mit Leichen, und besonders bei den deutschen Einwanderern, die diese Luft nicht gewöhnt sind, fallen die
Opfer in großer Anzahl." Im Gegensatz dazu, schrieb Pierz, bot Zentral-Minnesota viele besondere Vorteile für die
Ansiedlung. Wilde Früchte wachsen im Überfluß, während Fasanen, Elche und Hirsche überhand nehmen. Die Prärien und Weiden
bieten unbegrenzten Raum zum Weiden des Viehs. Es gab keine Bedrohung durch die Indianer, weil sie keine Schwierigkeiten
machten, es sei denn, daß sie betrunken seien durch Feuerwasser. Während die Regierung Verhandlungen mit den Stämmen
führte, war es das Ziel von Pierz, die Eingeborenen zum Katholizismus zu bekehren und sie zu guten Nachbarn zu machen.
Der Missionar lud alle Deutschen ein, die in den ungesunden und unangenehmen
Gegenden der Vereinigten Staaten lebten, sich in der Nähe seiner Missionsstationen niederzulassen und Landbezirke in Sauk
Rapids und Belle Prairie zu übernehmen. Er bot ihnen das Versprechen einer Kirche, die bereits an dem früheren Platz
geöffnet war. Weiterhin gab es eine neue Kirche im Bau westlich des Mississippi für die Siedler längs des Sauk River.
Father Pierz setzte die Trompete an seine Lippen: "Beeilt euch daher, meine lieben deutschen Leute, jene von euch, die
daran denken, ihren Wohnsitz zu wechseln und in Minnesota zu siedeln. Versäumt nicht, zu dem Strom der Einwanderung zu
stoßen, denn je ehe ihr kommt, desto besser wird die Gelegenheit sein, einen guten Platz für die Ansiedlung auszuwählen.
Mehrere hundert Familien können noch gute Bezirke längs des Sauk Rivers finden, und in dem umgebenden Landstrich können
zweifellos mehrere tausend Familien hervorragende Plätze zur Ansiedlung finden."
Nicht alles, von dem Pierz sprach, war eine ungetrübte Wonne. Er erzählte
den deutschen Einwanderern nicht von den Beschwernissen, die er in diesem Paradies erlebt hatte. An anderer Stelle hatte
er über eine Reise zwischen Crow Wing und Mille Lacs geschrieben, die er 1853 gemacht hatte: "Zwei Drittel der Entfernung
mußten zu Fuß zurückgelegt werden über schlechte Straßen durch niedrige Büsche und Wald, und ein Dritte wurde auf dem
Wasser zurückgelegt. Wir überquerten sechs Seen in einem Birkenrindeboot, das zweihundert Pfund wog und das mein
Katechist auf seinen Schultern zu tragen hatte, wenn wir die Übergänge kreuzten. Mein Koch trug die Küchenutensilien
und die Nahrungsmittel, die etwa 150 Pfund wogen. Meine Last war die ganze tragbare Kapelle mit den Geräten für die
Messe und den Büchern sowie den Tüchern, zusammen 70 Pfund.
"Es ist unmöglich, im Sommer auf Pferderücken zu reisen, weil die Straße
durch fünf tiefe, schmutzige Sümpfe führt und über 1000 umgestürzte Bäume und abscheuliche Jagdwege. Zwei Tage reisen wir
mitten durch unbeschreibliche Hindernisse. Auf so einem verdorbenen Weg stolperte ich oft über Wurzeln, und einmal tat
ich einen so unglücklichen Fall, daß ich gezwungen war, einige Zeit dort zu bleiben, wo ich fiel, bis ich mich ausgeruht
hatte und aufstehen konnte.
"Das Schlimmste auf dieser Reise war, daß ich bei meinem hastigen Aufbruch
mein Mosquito-Netz und meine Handschuhe vergessen hatte, und ich mußte zwei Tage lang fortwährend einen belaubten Zweig
über meinem Kopf hin- und herbewegen, um die Mosquitos abzuhalten, die in unaufhörlichen Schwärmen kamen. Bei dieser
Anstrengung wurden meine Hände gemartert. Trotzdem wurde ich im Gesicht und auf den Händen so böse gestochen durch die
dreisten Angreifer, daß ich genausoviel Schmerzen von den Bissen erlitt, als ob ich einen schweren Fall von Nesselfieber
hätte. Am Ende des zweiten Tagen kamen wir so nahe an ein Indianerdorf, daß wir ihre Wigwams sehen konnten. Dadurch
wurde unsere Aufmerksamkeit einen Augenblick von dem Kanu abgelenkt, es steckte plötzlich in einem Baum der aus dem
Wasser ragte, und wir mußten sofort landen und die Nacht in einem Sumpfgebiet zubringen."
-- Aus: "Richmond, Minnesota, Hundertjähriges Jubiläum, 1856 bis 1956"
(Übersetzt durch Ingrid Seliger)
Pfarrer Francis Xavier Pierz, dem Missionar translated into the English language
Das Denkmal des Paters Francis Xavier Pierz vor dem Krankenhaus in St. Cloud MN (Von dem Künstler D. Mastroianni) |
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