Reise im Zwischendeck

19. Jahrhundert

von der Deutschen Forschungsgemeinschaft,
von Shirley J. Reimer, 2000

Conditions aboard the ship.

Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Transport von Auswanderern nur ein ergänzender Zweig zum Frachttransport, und dementsprechend reisten die Auswanderer in Frachtschiffen, die vorübergehend für Passagiere angepaßt worden waren.
Zwischen dem Oberdeck und dem Frachtraum wurde ein Deck eingebaut - in Deutsch war dies als Zwischendeck bekannt. Das Zwischendeck war primitiv. Die Kojen wurden am Ende der Reise wieder entfernt, da der Platz auf der Rückreise für Fracht benötigt wurde. Sie waren aus einfachen Planken zusammengefügt, eng und meistens zu kurz.
Matratzen und Bettzeug mußten die Passagiere selbst besorgen. Es gab wenige Toiletten, und die Belüftung war schlecht. Alle Passagiere wurden auf diesem düsteren Deck Tag und Nacht zusammengepfercht. Nur wenn das Wetter gut war, konnten sie zum Oberdeck aufsteigen.
Medizinische Versorgung gab es nicht. Die Passagiere brachten ihre eigenen Nahrungsmittel und ihr eigenes Geschirr mit. (Sie wurden mit Trinkwasser versorgt.) Es gab ein oder zwei Feuerstellen zum Kochen, zu wenig - dieses Problem führte oft zu Streitereien zwischen den Passagieren, und viele blieben tagelang ohne eine heiße Mahlzeit.
Etwa Ende der 1870er Jahre hatte das Dampfschiff das Segelschiff abgelöst, was die Bedingungen fast sofort verbesserte. Die Passage dauerte nur noch 17 Tage - zum Vergleich dazu eine Fahrt mit dem Segelschiff 90 Tage. Schnelle Dampfer in den 1890er Jahren schafften die Überfahrt in neun Tagen. Diese waren extra für Passagiere eingerichtet und waren besser belüftet, hatten Ärzte, einen Raum für die Frauen und das Essen war reichlicher.

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Last modified: March 10, 2007
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