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St. Paul, MN, den 25. März 1893
Lieber Wilhelm
habe deinen Brief erhalten, und gebe hiermit eine
kurze Antwort. Wir sind noch recht gesund, und hoffen dasselbe von euch. Mit unsere
Gesetzgeberin oder Macherin [Staat], geht es aber flott voran. Die Zeit neigt sich zu Ende,
und noch vieles ist ungeschehen, so das wir abends extra Sitzungen halten müssen. Es wird wohl
bis zu der letzten Hälfte von April dauern, wir haben heute den 64ten Tag von 90 Sitzungstagen.
Samstag abends fahre ich immer nach Hause, und am Montag morgens zurück. Ich habe vor einigen
Tagen einen Brief geschrieben an Fa. Specht, welcher mir schrieb, das er, Terlau [unleserlich,
von ?] Füsener alle nach Amerika kommen wollten, ist es denn wirklich ernst mit der Sache? Ich
zweifle nicht das er die Wahrheit schreibt, aber er könnte sich vielleicht mal einen Spaß
erlaubt haben. Das Wetter bleibt noch immer sehr winterlich, doch heute scheint die Sonne recht
warm und bringt den Schnee zum schmelzen, bis jetzt fahren wir noch immer mit den Schlitten und
glauben doch, das wir ungefähr Mitte April mit dem sähen anzufangen. Die Natur verlangt, das
hier alles ziemlich geschwind geht, aber weil das so vor sich geht, müssen auch die Leute schon
folgen. Weiter habe ich nichts Neues und schließe hiermit mit vielen Grüßen und ein fröhliches
Osterfest wünschend euer
Clemens Hünck.
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