Clemens Hunck aus Duelm (Minnesota) schickte 1875 Mais-Saatgut nach Dülmen in Westfalen .(Friedel Schuette)
Ein Merfelder „Ackerer“ und Amerika-Auswanderer von 1874, Clemens August Hünck genannt Diekemper (1846 – 1925) dürfte einer der ersten Saatgutimporteure für Mais („Welschkorn“) von Nordamerika nach Westfalen gewesen sein: Als Farmer in Minnesota erkannte der Münsterländer Bauernjunge sofort die hohen Ertrags- und Futterwerte von Mais für das Vieh und schickte deswegen 1875 seinem Bruder Wilhelm „zum Ausprobieren“ ein dickes Paket mit ausgesuchtem Saatgut. Wilhelm Hünck gab seinem Bruder in Amerika bereits im folgenden Sommer einen ersten, erfolgversprechenden Testbericht. Allerdings fiel der große Körnersegen zum Herbst hin doch eher mäßig aus: Der Mais war wegen des ungünstigeren Klimas in Westfalen zum Teil leider nicht mehr ausgereift! Clemens Hünck hatte zu Haus in Dülmen-Merfeld stets den Namen Diekämper getragen. Selbst beim Militär in Koblenz nannte er sich noch so. Als der gelernte Landwirt 1874 auf den Spuren seiner bereits 1847 in die „Neue Welt“ gezogenen Dülmener Landsleute Hermann Winkelmann, Wilhelm Schulze Emting und Bernhard Edelbrock nach U.S.A. auswanderte, blieb er nur noch kurze Zeit bei dem Namen „Diekämper“: Spätestens ab Ende 1876 unterschrieb der Merfelder Auswanderer seine insgesamt aufgefundenen rund 90 Briefe an Eltern, Bruder und Anverwandte mit „Clemens Hunck“, „C.A. Hunk“, „Clemens A. Hunck“ oder „C.A. Hunck“. Doch anders als die meisten seiner Landsleute, verfasste Clemens Hunck seine Briefe bis ins hohe Alter hinein in Deutsch. Schrieb er gelegentlich mal einige Wörter und Begriffe auf Englisch, fügte er stets eine akurate deutsche Erklärung bei. „Neu Dülmen“ in MinnesotaHunck lebte von 1876 an in Duelm Minnesota. Dieser Ort hatte seinen Namen offenbar von den ersten westfälischen Auswanderern aus Dülmen erhalten, und zwar von Huncks Lands- leuten Winkelmann, Schulze-Emting und Edelbrock. Diese gründeten hier, wie viele andere Westfalen zu anderen Zeiten und an anderen Plätzen, ihr „Klein Westfalen“. Und was lag näher, als den Namen „(Neu) Dülmen“ zu wählen ! Wobei ungeklärt bleibt, warum der englisch- sprachige Distriktschreiber „Duelm“ notierte. Zu vermuten ist, dass dieser das deutsch gesprochene Wort „Dülmen“ derart verstanden haben dürfte. Solche und ähnliche sprachlichen Missverständnisse hat es damals bei Orts- und Personenstandsangaben deutscher Einwanderer in den U.S.A. zu Tausenden gegeben Clemens Hunck machte in Minnesota als Geschäftsmann wie auch demokratischer Politiker Karriere: Nur wenige Jahre, und er betrieb in Duelm nicht nur das erste, sondern auch größte Geschäft der ganzen Region: Von Lebensmitteln, Kleidung, Saatgut, Werkzeug, bis zu Spielsachen für Kinder gab es bei Hunck alles, was die deutschen und zumeist aus dem Münsterland kommenden Siedler in Benton County für das tägliche Leben brauchten. Als Abgeordneter im StaatsparlamentHunck engagierte sich schon bald in der Politik. Er stand auf Seiten der Demokraten und zog als solcher für Duelm und seinen Kreis Benton als Abgeordneter in das Capitol zu St. Paul ein. Hier brachte er, inzwischen fließend Englisch sprechend, die Anliegen seiner deutschstämmigen Wählerschaft wortgewaltig und wohl auch sehr erfolgreich zu Gehör, wie Presseberichte aus jener Zeit bekunden. Überhaupt war Clemens Hunck in Duelm der Mann: „Clemens A. Hunck hat wohl wie kein anderer zum Gedeihen von Duelm sein Bestes beigetragen“, schreibt ein Redakteur der „Täglichen Volkszeitung“ in Benton Co. unter dem 11.April 1900. „Fleiß, Ausdauer, Sparsamkeit und strenge Gerechtigkeit“ hätten ihn zum Erfolg geführt. Aus dem einsamen Fleckchen Erde sei inzwischen eine blühende Gemeinde geworden, „als dessen wahre Seele“ man Herrn Hunck bezeichnen kann.“ Nicht nur als Kaufmann und Politiker, Erbauer und Förderer der katholischen St. Lorenzgemeinde habe sich der Westfale einen Namen gemacht. Sondern gleichzeitig sei er auch ein erstklassiger Postmeister, Schatzmeister des Townships, Förderer des Schulwesens und Vorsitzender einer großen Butterfabrik bei der „Duelmer Molkerei“, deren Produkte in New York die höchsten Preise erzielten. 1900 Besuch in der alten HeimatDieser Artikel erschien kurz vor einer lange und sorgfältig vorbereiteten Reise in die alte Heimat, die Clemens Hunck im Frühling 1900 von Duelm aus zusammen mit seinen Kindern Wilhelm und Bertha über London, Berlin und zweimal nach Dülmen, Münster und Paris (Weltausstellung) führte. Wobei für den Heimkehrer wohl das größte Ereignis eine Privataudienz beim Heiligen Vater in Rom gewesen sein dürfte. Geheiratet hat der Merfelder Bauernjunge im Februar 1877 die Westfälin Bernardine Schulte. Eigentlich hatte Clemens eine Jugendliebe aus Hiddingsel in Amerika zum Traualtar führen wollen. Diese hatte Clements Mutter als Vermittlerin jedoch eine so unschlüssige Antwort gegeben, dass der selbstbewusste Neu-Amerikaner Hunck verärgert zurück- schrieb, das Mädchen möge doch lieber bis zum Lebensende in ihrem kläglichen Dasein daheim stecken bleiben: „Für solche Bräute ist hier kein Platz!“ Als nächstes warb Clemens Hunck in Wisconsin um jene ebenfalls aus Westfalen stammende Dina Schulte. Diese hatte er dort während seiner anfänglichen Tätigkeit als einfacher deutscher Farmarbeiter kennen- und schätzen gelernt. Doch Dina zeigte zunächst wenig Neigung, mit Clemens in die Einsamkeit von Duelm zu ziehen. Barsch war die Reaktion des Werbers: Wenn sie nicht genug Unternehmungsgeist besäße, möge sie es von vornherein bleiben lassen“, ließ Clemens ihren Eltern ausrichten. Mit Dina Schulte glücklich gewordenErst nachdem die verwirrten Brauteltern mehrere reitende Boten und die Nachricht schickten, ihre Tochter habe es sich anders überlegt, weine Tag und Nacht wegen ihrer anfänglichen Verzagtheit und wolle den lieben Clemens in Duelm nun doch und von ganzem Herzen lieben, ließ dieser sich erweichen und bestellte das Aufgebot. Offenbar hatte Clemens eine gute Wahl getroffen: Dina war ihm bis zu seinem Lebensende am 4. Februar 1925 (in Logan, Colorado) nicht nur eine treue und tüchtige Ehefrau, die ihm vier gesunde Kinder schenkte. Sondern sie erwies sich darüber hinaus hinter dem Tresen des Hunckschen Gemischwarenladens als ungemein tüchtige Verkäuferin und Ratgeberin für alle Landsleute in Duelm und Umgebung. Eine ihrer Hauptaufgaben, neben Kaufen und Verkaufen: Innerhalb des eigenen Ladens abgehende Post anzunehmen und ankommende Briefe auszuteilen – womit ihr Tresen zugleich die entscheidende Nachrichtenzentrale der ganzen Gegend war! Die sicher vertrauenswürdige Aufgabe als Postmeister übernahm Clemens nach der Eröffnung des Ladens von dem 1818 in Osterwick geborenen Farmer Henry Vörding, der 1869 in Duelm mit seiner Familie sesshaft wurde und dieses wichtige Ehrenamt inne hatte. Über all die Jahrzehnte als erfolgreicher Kaufmann und Politiker hat Clemens Hunck Landwirtschaft betrieben. Nach seinen Angaben muss er mit der Zeit einen Betrieb von etlichen hundert Hektar gehabt und durch Mitarbeiter bewirtschaftet haben. Und dies war offenbar ein Landwirtschaftlicher Musterhof für die ganze Gegend: Wurden neue Maschinen und Ackerbaumethoden eingeführt, war Hunck immer der erste, der das ausprobierte und bis in alle Einzelheiten seinem Bruder Wilhelm in Dülmen- Merfeld davon brieflich berichtete. Umgekehrt ließen sich Merfelder Landwirte von dem Amerikaner Hunck anregen, den einen oder anderen Vorschlag aus Minnesota für ihre Feldwirtschaften zu übernehmen, wie die jahrzehntelange Korrespondenz von hüben nach drüben erkennen lässt. Und: Noch mancher abenteuerlustige junge Mann folgte Clemens Hunck nach Duelm, Minnesota, um dort ebenfalls freier Bauer auf eigener Scholle zu werden, wie etwa Gerhard Heinrich Winkelmann aus Dülmen, ein Clemens Esselmann oder Heinrich Küdde, der später von Duelm aus weiterzog bis nach Oregon, wo er als erfolgreicher Rancher und Viehzüchter in die Landesgeschichte einging. 90 Fotos von Duelm nach MerfeldMit seinen laufenden Briefen schickte Clemens Hunck von sich und seinen Betrieben laufend Fotos nach Haus in Westfalen; über 90 davon sind erhalten. Umgekehrt, forderte er von allen Personen, Gebäuden und Neuerungen daheim Bilder an, die ihm auch geschickt wurden. Jahrelang hatte er die Dülmener Lokalzeitung abonniert. So war man über den Atlantik hinweg, im ständigen Nachrichtenaustausch über das Leben hüben und drüben, stets bestens informiert, bis in die letzte Familie in Merfeld hinein, - ebenso wie drüben im fernen Duelm. Und immer wieder Ackerbau und Viehzucht: „Säen, Mähen, Heuen, Eggen, Walzen, Pflügen, Dreschen und alles...geht meistens mit Maschinen auf eine viel leichtere und zweckmäßigere Weise als bei euch“, hat Clemens Hunck laut Brief vom 10. Mai 1876 an seinen Bruder Wilhelm bereits nach zwei Jahren in Amerika erkannt: „Da seid ihr doch noch 100 Jahre zurück !“ So, wie Hunck seinem Bruder und den Nachbarn zu Haus in Merfeld exakt berichtet, was die Farmer dort in Minnesota säen, pflanzen und ernten, was das Vieh frisst und auf dem Markt an Dollars einbringt, so nennt er in langen, sehr konkret abgefassten Briefen die Vorteile verschiedener neuer Fruchtarten. Wie zum Beispiel ( siehe Anfang dieser Geschichte!) den Anbau von „Welschkorn“ bzw. Mais. Clemens Hunck: „Nun zum Welschkorn“Ein Brief von April 1875, Clemens an seinen Bruder August: „Nun zum Welschkorn! Das müsst ihr pflanzen, weil, es auch leicht verfriert, gleich nach den 10. Mai, ungefähr mit dem Buchweizen. Aber ich denke, das ist ein wenig zu spät, nämlich dass es im Herbst nicht reif wird. Auch müsst ihr es pflanzen, wo es recht heiß steht, nicht im Schatten, Es wird ihm nicht leicht zu heiß und trocken. Pflanzt es ja nicht zu dicht! Wenn ihr es ...drei Fuß von allen Seiten auseinander setzt, ist besser, als unter drei Fuß. Auch nicht tief gepflanzt; nur dass es mit Grund bedeckt ist, das ist genug. Drei Körner legt ihr in ein Loch, nicht über vier. Sonst steht er zu dick. Auch müsst ihr es gut pflanzen, dass es ja rein steht, und überhaupt so anharken, wie ich es euch schon früher geschrieben habe; acht geben, dass beim Anharken ja keine Blätter in der Erde zugescharrt werden, sonst ist das gute Wachstum gleich von der Pflanze. Und nicht putzen, wenn es nass ist, dann wird es gelb. Die Sträucher (vom Welschkorn) werden hier etwa so lang, wie ich groß bin, und noch wohl 1 - 2 Fuß länger. Blühen tut es ganz oben. Aber die Frucht wächst ungefähr 2 - 3 Fuß hoch von der Erde. Wenn das Korn oben an den Sträuchern wüchse, würde es von seiner eigenen Schwere zusammen brechen.“ „Kolben wie End einer Pfefferdose“„Die Kolben, wie man sie hier nennt, wachsen in der Form, wie der End hier in der Pfefferdose, aber einige werden wohl 1 Fuß lang und länger, einige auch nur 6 Zoll. Das, was oben an den Kolben in der Dose sitzt, ist zwölfreihig – das heißt: rund- herum gezählt, wie ihr auch sehen werdet. Das oben in der Dose liegt (Anm.: Das Saatgut wurde offenbar per Dose nach Merfeld geschickt), ist achtreihiges, und ich glaube, dass es vollkommen so frühreif ist als das zwölfreihige. Die Farben machen keinen Unterschied. Das Schwarze ist so gut wie das weiße und gelbe. Jetzt habe ich es euch ziemlich klar gemacht, und wenn ihr noch einiger Auskunft bedürft, so müsst ihr mir es im Brief bemerken. Noch eines hätte ich beinah vergessen: Hier in dem Welschkorn pflanzen sie Kürbis, aber nicht viel. Der Samen wird mit dem Welschkorn zur gleichen Zeit gepflanzt, aber nicht in jedem Loch; vielleicht in jedem 2. oder 3. Loch ein oder zwei Körner. Die Kürbisse sind hier ein famoses Futter für die Kühe. Sie melken sich so gut danach! Die Kürbisse werden roh gefüttert. Ich habe einige Körner mit hinzugelegt, wenn ihr es mal versuchen wollt...“ Sorge wegen Kulturkampf in PreußenAuch in diesem Brief wird abschließend wieder Genauestens über die Viehpreise und das Befinden aller Mitauswanderer aus der alten Heimat berichtet und besorgt gefragt, ob es mit dem Kulturkampf in Preußen denn immer noch so schlimm stehe: „Ich lese so viel davon in den deutschen Zeitungen!“ Kurz darauf stirbt in Merfeld der Vater Wilhelm Hünck genannt Diekemper. Sohn Clemens Hunck erfährt das mit dem nächsten Brief seines Bruders und beauftragt sofort einen Wanderpriester, für seinen Vater eine Woche lang die Totenmesse zu lesen. Das sei aber gar nicht so einfach, schreibt Clemens nach Haus „weil wir gerade einen neuen Priester bekommen. Hierbei muss ich euch auch bemerken, dass die Messe zu lesen jeweils 1 Dollar kostet!“ * Die Frage, warum ab den 50-er Jahren des 19. Jahrhunderts so ungewöhnlich viele Münster- und Sauerländer Bauernjungen sowie Handwerker aus dem Westfälischen ausgerechnet nach Minnesota auswanderten, mag durchaus auch an der geschickten, glaubwürdigen Werbung dieses US-Bundesstaates gelegen haben. Viele Missouri-Siedler, in den 30-er und 40-er Jahren durch Dudens übertrieben optimistische Situationsberichte angelockt, waren meist bitter enttäuscht. Und in den Nachbarstaaten Ohio und Illinois wurde es aufgrund des anhaltenden Massenzuzugs aus Deutschland bereits eng; Ackerland schien kaum mehr erschwinglich. Da kamen klug und realistisch aufgemachte Werbeberichte großer Zeitungen von St. Paul, mehr oder weniger von der Landesregierung lanciert, gerade recht. Ein treffendes Beispiel dafür mag das Blatt „The St. Anthony Express“ von St. Paul geben, Ausgabe vom 21. Juni 1851, welches die ersten Münsterländer Siedler von Duelm (MN) sofort nach Erscheinen heimschickten und das dann in Merfeld und Umgebung staunend von Haus zu Haus gereicht wurde. Überschrift: „Wer wird in Minnesota gebraucht? “Sofort folgt klipp und klar die überzeugende Antwort bzw. Werbebotschaft: „Wir suchen Bauern. Starke, robuste, aktive Männer... die den Willen und die Mittel haben, unseren wilden, unkultivierten Boden zu zähmen und seine überraschende Fruchtbarkeit ... zu entdecken !“ Realistisch geht es weiter: „Es gibt aber keine Farmen in Minnesota, fertig eingezäunt und gepflügt, die so weggegeben werden oder... für einen Appel und Ei verfügbar sind. Ackerbau wirft hier zuviel Gewinn ab, um den Gedanken an solch eine Großzügigkeit aufkommen zu lassen.“ Danach kommt der Schreiber direkt zur Sache: „Flächen, die umgebrochen und eingezäunt sind, kosten zwischen 10 und 30 und 50 $ per Acre, je nach ihrer Lage.“ Weiter: „Es ist wahr, dass es keinen westlichen Staat gibt, wo Einsatz einen so sicheren und großen Profit erbringt wie in Minnesota!“ Dann wird die Marktlage beschrieben: Weil zu wenige Landwirte da seien, gebe es nicht genug Angebot und seien die Produkte für den Verbraucher teurer als woanders. Umgekehrt biete sich tüchtigen und fleißigen Bauern auf lange Zeit ein gutes Geschäft, zumal das günstige gemäßigte Klima Getreide, Gemüse und andere Feldfrüchte in bester Weise ausreifen lasse: „Daraus ist deutlich zu ersehen, dass Landwirtschaft in Minnesota ... bei weitem das Geschäft ist, welches den meisten Profit abwirft, und so wird es lange Zeit bleiben“ „Als nächstes Handwerker gebraucht!“„Als nächstes werden Handwerker gebraucht“, fährt die Zeitung fort, „Männer mit Fleiß und Unternehmungsgeist, die ihr Geschäft gründlich verstehen. Solche werden keine Mißerfolge erleben.“ Denn: Es gebe nicht genug davon. So erhielten Handwerker vergleichsweise viel höheren Lohn als Akademiker und selbst Bauern. Zwei oder drei Dollar pro Tag sei für den Handwerker wirklich ein hoher, aber reeller Preis. Aber auch eine gewöhnliche, arbeitsame Hilfskraft in der Landwirtschaft erhalte hierzulande auf den Tag bis zu 1 1/2 Dollar. Nachdem auch gute Chancen für erstklassige Rechtsanwälte erwähnt werden und gar ein Hilferuf nach Geistlichen erklingt:“ Wir brauchen Geistliche, ausgebildete fromme und selbstlose Männer, besonders solche, die keine Arbeit scheuen, die z.B. einen Schrank entwerfen können, einen Brunnen graben oder einen Keller ausheben, um ihren Unterhalt zu sichern“, widmet der „St. Anthony Express“ noch ein großes Kapitel der Frauenwerbung: „Schließlich werden junge Damen gesucht!“Gemeint seien freilich nicht solche „die dazu erzogen wurden, schöngeistige Literatur zu lesen, Müßiggang und Schnürkorsett vorzögen, Polka tanzen wollten oder auf einem Klavier zu spielen – „für diese ist kein Platz in Minnesota!“ Vielmehr seien Damen gewünscht, die bereit seien „zu waschen, zu backen, zu kochen, den Boden zu wischen oder ein zerrissenes Kleidungsstück instand zu setzen. „Kurzum, Frauen, die der Heimstatt .... Würde verleihen, glücklich machen und eine Zierde der Gesellschaft hier werden.“ Anstellige Damen, schreibt der Redakteur, „können für ihre Arbeit wohl 2 –3 $ die Woche verlangen und darüber hinaus „durch ihren Charme die Herzen von fleißigen ... jungen Männern brechen, sie heilen, indem sie zustimmen, glückliche Ehefrauen und Mütter sowie Begründerinnen eines ... allgemeinen Wohlstandes zu werden. „S o l c h e jungen Damen”, schließt der EXPRESS seinen Bericht, „ sollten wirklich nach Minnesota kommen !“ Einer von jenen Hunderten, die offenbar aufgrund dieses Berichts und ähnlicher Beschreibungen noch im selben Jahr (1851) nach Amerika segelten und in der Umgebung von Duelm (MN) bei Verwandten, Freunden und Bekannten mutig ein neues und besseres Leben begannen, war der damals 33-jährige Heinrich Vörding aus Osterwick. Als Henry Voerding brachte es dieser tüchtige Münsterländer in seiner neuen Heimat Duelm binnen weniger Jahrzehnte tatsächlich zu einer überaus stattlichen und schuldenfreien Farm, die sehr viel ertragreicher war als das größte Schultenanwesen in seiner westfälischen Heimatgemeinde! ***
Die Informationen zu dieser Geschichte verdankt der Verfasser dem Münsterländer Auswandererforscher Martin Holz in 48720 Rosendahl >mholz@t-online.de<. Martin Holz hat nicht nur in jahrzehntelanger Recherche fast ausnahmslos alle westmünster- länder Auswanderer in Brasilien, sondern auch viele Amerikafahrer aus den Dörfern zwischen Münster und der holländischen Grenze in Übersee aufgespürt und dokumentiert. Dabei haben ihm Stammfamilien der Emigranten teilweise wertvolle alte Akten, Bilder und Briefe zur Verfügung gestellt. Im Falle unseres „Helden“ Clemens August Huenck gt. Diekämper war das Frau Antonia Diekämper aus Dülmen-Merfeld.
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