Duelm, Benton Co. MN, den 13. Dez. 1899
 
 
To Wilhelm Diekämper,

Merfeld bei Dülmen In reply to yours of den 26ten November. Gerade als ich am Morgen den 12ten (nicht der 21 wie ich irrtümlicher Weise im Poststempel gesetzt hatte) dieses, den Brief an euch abgesandt hatte, kam abends mit der Post ein Brief von dir zurück, auf den ich denn auch gleich antworten will. Ja der Neubau der Kirche war viel Schuld, hätte doch so viel Zeit nehmen können um zu schreiben, wenn es nicht immer so dabei geblieben wäre. Den Hermann Est (nicht Aloys) kann ich mich recht gut erinnern, habe ihm gleich auf sein Schreiben geantwortet. Wegen den Besuch habe ich gestern berichtet, nur warte ich auf deine Antwort und Zusage. Wie ich sehe und hoffe, werdet ihr wohl noch eine recht gute Wiese bekommen aus die trockenen Bültens, wie sie doch früher nur waren. Die Ernte ist auch hier gut gewesen jedoch nicht so über alle Maßen, wie bei euch, der Preis ist nur noch zu niedrig. Wir haben so ungefähr 625 Bushel Weizen 650 Hafer 200 Roggen und 700 Bushel Mais. Kartoffeln haben wir auch mehr, als wir essen können. Pferde haben wir jetzt 6, Kühe sind 8 und 15 Schweine. Hatte mehr als die Hälfte unseres Landes verpachtet dieses Jahr. Auch Heu und Stroh haben wir mehr als wir gebrauchen können. Die Photographie von Overhage kam auch mit dem Brief an. Ich sah diese, ehe ich den Brief las, die Frau habe ich als eine Marschall erkannt, dachte aber es sei Frau Bontrup, den Mann kannte ich nicht, weiß nicht das ich ja einer von beiden gesehen habe. Das ist ja ein recht schönes Bild, die Kinder sehen alle recht munter (aufgeweckt) aus. Ich freue mich daran. Bitte die Grüße zu erwidern, wenn sich die Gelegenheit bietet. Die Ansichtskarten von Dülmen sind schön, zum Teil recht wohl bekannt, und zum Teil aber auch ganz fremd. Das Schloß, die Buddentürme, und der alte ehrwürdige Kirchturm sind mir freilich unvergeßlich. Die Lüdinghausener Straße ist wohl vom Kirchturm aufgenommen. Seit wann steht denn das Kriegerdenkmal? Von Buldern würde ich fast nichts mehr kennen als die alte Kirche, besonders den so schön geformten Turm? So jetzt im Glauben das Versäumte teilweise nachgeholt zu haben, will ich hiermit schließen unter nochmaligen vielen Grüßen und ein fröhliche Weihnachten und ein herzliches "Prosit-Neujahr" Euch, und alle die nach mir fragen, wünscht

C. A. Hünck.

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Last modified: September 24, 2005
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