Pauline von Mallinckrodt, Wegbereiterin des Schulwesens in den U.S.A. :
Bismarcks Religionspolitik trieb den „Orden der Schwestern der Christlichen Liebe“ nach Amerika
Nicht nur Männer aus Westfalen setzten zur „Pionierzeit“ der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert politisch,
wirtschaftlich und wissenschaftlich Maßstäbe. Auch Frauen aus dem Land an Weser, Ems, Lippe und Pader haben
amerikanische Entwicklungsgeschichte geschrieben. Die in Minden geborene und von Paderborn aus wirkende
Ordensgründerin Pauline von Mallinckrodt (1817 – 1881) ist mit ihrem Beitrag zum Aufbau eines geordneten,
allgemeinen und christlichen Schulwesens im Osten und Mittleren Westen der Vereinigten Staaten von Nordamerika
als kultureller „Heroe“ in die amerikanische Schul- und Sozialgeschichte eingegangen – „ein Geschenk des Himmels
für uns Einwanderer und unsere Kinder!“, wie 1880 eine lokale Gazette im Kohlenrevier von Wilkes-Barre
(Pennsylvania) anerkennend über die fromme und doch so wirklichkeits-nahe, sozial und pädagogisch zupackende
Frau aus Westfalen schrieb.
Dabei ist „Mutter Pauline“, wie sie zu Lebzeiten liebe- und ehrfurchtsvoll von ihren Schwestern und
allen, die sie näher kannten, angesprochen wurde, trotz ihres großen, auch kirchlichen Engagements in der „Neuen
Welt“weder selbst nach Amerika ausgewandert noch Amerikanerin geworden.
Anlass des Engagements in Amerika war der vom deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck heraufbeschworene unselige
„Kirchenkampf“, in die Geschichte eingegangen als „Kulturkampf“: Viele katholische Einrichtungen, so auch die
Schultätigkeit des von Pauline von Mallinckrodt 1849 gegründeten „Ordens der Schwestern der Christlichen Liebe“,
wurden verboten. Es kam sogar zum staatlichen Einzug des Vermögens. Dies führte ab 1873 zu einem Exodus in das
europäische und überseeische Ausland.
Um ihre noch junge Kongregation zu retten, wurden die erfahrensten der bislang in Paderborner, Dortmunder sowie
rheinischen Gründungen bereits überaus erfolgreich arbeitenden Schwestern von 1873 an, nach sorgfältigen
Reisevorbereitungen, durch Mutter Pauline Gruppe für Gruppe nach Amerika gesandt. Dort entstanden
binnen weniger Jahre und unter schwierigen äußeren Umständen in Wilkes-Barre (mitten im Kohlenrevier von
Pennsylvania) das erste amerikanische Mutterhaus, eine mustergültige Ausbildungsstätte für Lehrerinnen sowie von
New York bis zum Süden nach New Orleans viele christliche Schulen.
Pauline von Mallinckrodt selbst, die ebenso wie ihr Paderborner Bischof Konrad Martin während des Kirchenkampfes von der
preußischen Regierung des Landes verwiesen worden war, verlegte ihren Sitz bis zum Ende der staatlichen Repressionen Berlins nach
Mont St. Guibert in Belgien. Von hier aus führte sie ihr Lebenswerk tätiger Nächstenliebe an Blinden und Hilfsbedürftigen unbeirrt fort.
Vor allem aber setzte sie sich für eine bessere Schulbildung junger Mädchen und die Ausbildung heranwachsender Schwestern
zu staatlich geprüften Lehrerinnen ein.
Mallinckrodt-Stiftung in St. Louis
Der Vater der Ordensgründerin, Detmar Mallinckrodt, evangelischen Bekenntnisses, war höherer
Beamter in preußischen Diensten und seit 1816 im Regierungspräsidium Minden tätig, Er stammte aus einer alten
Dortmunder Patrizier-familie, von der übrigens ein amerikanischer Spross nach seiner Auswanderung in die U.S.A.
in St. Louis später das Weltunternehmen „Mallinckrodt Chemical Works“ gründete.
Dieser evangelische Zweig der Mallinckrodts ist als Mäzen der Washington-Universität in St. Louis und als vielfältiger Förderer von Kunst
und Kultur in die Geschichte der heutigen Dreimillionen-Metropole am Mississippi eingegangen. An der genannten Universität
besteht seit langem eine Mallinckrodt-Stiftung.
Pauline von Mallinckrodt war nach ihrer Geburt am 3. Juni 1817 vom Propst der katholischen Domkirche katholisch getauft worden. Ihre Mutter
Bernhardine, Tochter des fürstbischöflichen Paderborner Hofrats Georg von Hartmann, sorgte im „protestantischen Minden“ für eine
bewusst katholische Erziehung ihres Kindes. Dies stand jedoch dem strengen Reglement preußischer Oberbeamter, ihre Kinder
ausnahmslos in der väterlichen Konfession taufen und erziehen zu lassen, strikt entgegen.
1824 ging Detmar Mallinckrodt, der später aufgrund seiner großen Verdienste um Preußen in den erblichen Adelsstand erhoben wurde,
nach Aachen und übernahm an diesem „gut katholischen“ Regierungssitz nun die Stelle des Vizepräsidenten.
Hier besuchte seine hochbegabte Tochter Pauline ab 1827 die katholischen Höhere Töchterschule „St. Leonhard“, an der die
berühmte Dichterin Luise Hensel unterrichtete, und danach zur Förderung des Französischen ein Internat in Belgien.
Luise Hensel wurde in den folgenden Jahren zur entscheidenden geistlichen Wegbegleiterin der Heranwachsenden, die sich schon als
junges Mädchen entschieden gegen allen Luxus in der Gesellschaft ausgesprochen hatte, wie ein aus Reisenotizen überliefertes Zitat
unterstreicht: „Mich empört übertriebene Pracht im Innersten!“
Begegnung mit Otto von Bismarck
Dabei musste Pauline schon als Siebzehn-jährige, als ihre Mutter 1834 plötzlich starb,das große väterliche Haus mit all seinen
gesellschaftlichen Verpflichtungen führen. Unter den Gästen, die bei den Empfängen des Regierungsvizepräsidenten von Mallinckrodt
ein- und ausgingen, befand sich zeitweilig auch Paulines späterer Widersacher Otto von Bismarck, damals Referendar.
Es ist (ungesichert) überliefert, von Bismarck habe der ansehnlichen, auffallend hübschen Pauline von Mallinckrodt den Hof gemacht,
sei von dieser jedoch entschieden zurück-gewiesen worden – was möglicherweise von Bismarcks späteren, erbitterten Kampf gegen
die katholischen Kirche und vor allem gegen den Bischof von Paderborn sowie die von diesem protegierte Ordensgründerin Mutter
Pauline in gewisser Weise erklären könnte!
1839 reichte der Vater wegen Krankheit und wachsenden politischen Drucks aus Berlin vorzeitig seine Pensionierung ein und zog sich
mit der Familie auf sein Gut Böddeken bei Paderborn zurück, wo er schon drei Jahre später starb.
Inzwischen hatte sich Pauline von Mallinckrodt während der Tätigkeit als Gutsherrin fest entschlossen, ihr weiteres Leben ausschließlich
der Hilfe kranker und armer Mitmenschen zu widmen. Dafür sah sie „vor ihrer Haustür“ in der Stadt Paderborn und in deren Armen-
quartieren hinter der Mauer, bei Blinden und anderen Leidenden aus ärmsten Volksschichten hinreichend Anlass.
Anfang mit „Kleinkinder-Bewahranstalt“
Bereits 1840 gründete Pauline in Paderborn weitgehend mit Mitteln ihrer Familie die erste
„Kleinkinder-Bewahranstalt“ Westfalens. 1842 eröffnete sie überdies, sozusagen im Schatten des heimatlichen Hohen Doms, ihr erstes Haus
zur Betreuung Blinder in Westfalen, „weil wir erreichen müssen, hilflose Blinde in die Lage zu versetzen, für sich selbst zu sorgen!“
1847 entstand aus diesem bescheidenen Anfang in Paderborn nach ihren Ideen die Provinzial-Blindenanstalt.
Ihr großer Gönner dabei war schon seit 1843 der protestantische westfälische Oberpräsident von Vincke in Münster, nach dessen Tod 1844
allerdings unter den Vertretern der Provinz Westfalen ein Konfessionsstreit ausbrach:
„Wenn es eine katholische Blindenanstalt gibt, muss es - parallel dazu - auch ein evangelisches Haus für Blinde geben!“
Dementsprechend beschloss der Landtag 1845 zwei nach Konfessionen getrennte Abteilungen; eine in der „evangelischen Stadt“
Soest und eine zweite in Paderborn. Pauline übergibt letzterer 1847 ihr Privat-Blindeninstitut mit seinem ganzen Vermögen.
Mangel an ausgebildeten Lehrerinnen
Als nun staatlich anerkannte Leiterin der Blindenanstalt in Paderborn stellt Pauline
fest, dass es an ausgebildeten Lehrerinnen und Pflegerinnen mangelt. Sie sucht einen geeigneten Orden zu gewinnen,
um Unterricht und Pflege der Blinden auch auf Dauer zu garantieren. Gleichzeitig möchte sie selbst ihrem schon lange
gehegten Wunsch folgen, Ordensschwester zu werden. Aber alle Bemühungen sind vergebens.
Nach viel Gebet und reiflicher Überlegung entschließt sich Pauline von Mallinckrodt nun, selbst einen Orden zu gründen. Einen ihr
gehörenden Garten mit kleinem Wohnhaus will sie als Grundvermögen zur Verfügung stellen.
Am 21. August 1849 gründet Pauline dann eine eigene Kongregation mit dem später weltweit bekannt gewordenen und bis in das
21.Jahrhundert hinein mit Niederlassungen auf vier Kontinenten vertretenen Namen: “Schwestern der Christlichen Liebe“.
Einer der Leitgedanken der inzwischen in Rom seliggesprochenen Pauline von Mallinckrodt lautet:
„Die Hand bei der Arbeit, das Herz bei Gott!“
Gründungsmitglieder waren, außer Pauline von Mallinckrodt, Mathilde Kothe, Maria Rath
und Elisabeth Schlüter, - lebensnahe Ordens-frauen: Die beiden ersten haben in den 70-er
Jahren des 19.Jahrhunderts als richtungweisende „Mütter des christlichen Schullebens“ nicht nur in Deutschland und Belgien, sondern auch in
Amerika Schul-, Sozial- und Kirchengeschichte geschrieben.
Höhere Töchterschulen entstehen
In Dortmund und im Bergischen Land entstanden bald Ordens-Filialen. 1859, zehn Jahre nach der Gründung, betreuten
und unterrichteten bereits 68 Schwestern an 10 verschiedenen Orten in Deutschland 1.444 Blinde, elternlose Kinder und bildungs-
hungrige Töchter aus dem Bürgertum. Auf Wunsch der Eltern entstanden mehrere Höhere Töchterschulen.
1870 betreuten 244 Schwestern 5.525 „Zöglinge“, wie das damals hieß. Dabei legte die Gründerin großen Wert darauf,
dass die Schwestern nach ihrer pädagogischen Ausbildung in Münster oder in Paderborn ein staatliches Lehrer-Examen ablegten.
Recht früh hatte sich die vorbildliche soziale und pädagogische Arbeit des Ordens der „Schwestern der Christlichen
Liebe“ bis zu den vielen ausgewanderten Katholiken in Nord- und Südamerika und in deren meist noch im Aufbau befindlichen
Pfarreien herumgesprochen.
Gesucht: Lehrerinnen für Quincy
Als der Bischof der US-„Frontier“-Diözese Alton (Illinois), Junker, am 28.März 1858
Paderborn und hier das Mutterhaus der Schwestern der Christlichen Liebe besuchte, bat Bischof Konrad Martin persönlich
dringend darum, ihm für eine geplante neue katholische Schule in Ouincy, der heutigen Sister-City von Herford, 12 Schwestern
mitzugeben. Man habe in jener „ziemlich wilden Gegend“ am Mississippi bisher nämlich nur Laien als Lehrer verfügbar.
Da Mutter Pauline sich zu dieser Zeit gerade auf einer Visitationsreise befand, konnte keine
Entscheidung getroffen werden. Doch nach ihrer Heimkehr dämpfte sie die Begeisterung ihrer Mitschwestern, nach Quincy zu gehen.
Sie schrieb dem Bischof von Alton: “Für solche Arbeit ist die Zeit noch nicht reif. Uns fehlen
hier in Europa selbst genügend ausgebildete Schwestern!“
Doch der „Prärie-Bischof“ aus Alton ließ nicht locker. 1867 kam er erneut nach Paderborn, ein für die Mission in den U.S.A. besonders
wichtiger Stützpunkt: Immerhin hat das Bistum Paderborn im 19.Jahrhundert an die 500 katholische Priester in die „Neue Welt“ entsandt!
Nun sagte Mutter Pauline dem Bischof zu, nach Verlauf von zwei Jahren, in denen im Orden vorbereitend Englisch gelernt werde,
erst einmal elf auf das schulische Lehramt „wohl präparierte“ Schwestern nach Quincy zu senden. Doch dann kam die Nachricht vom
plötzlichen Tode des Bischofs von Alton und die bange Frage: Würde dessen Nachfolger womöglich andere Pläne verfolgen?
Die Jahre 1870/71 gingen mit dem Deutsch-Französischen Krieg ins Land. Der Briefverkehr von und nach Übersee stockte.
1872: Post aus dem Kohlenrevier
Doch gleich danach, im Jahre 1872, bekam Mutter Pauline Post von den „Frontier“-Pfarrern Bickmann und Körgel aus dem
Kohlenrevier Pennsylvanias:
Ob der Mallinckrodt-Orden so rasch wie möglich Lehrerinnen für mehrere geplante Grundschulen schicken könne? Allerdings
gebe es vor Ort bisher weder Schulgebäude noch Geld oder Sponsoren für deren Errichtung. Es werde erwartet, dass Mutter Pauline für
10.000 Taler ein Grundstück kaufen würde.
Erfolgversprechender klang da schon der Brief von Pastor John Bogaertz von „St. Heinrich“ in New Orleans: Eine Schule sei da, es gebe
auch schon etwas Unterricht durch Laien. Was aber dringend fehle, seien fachlich gut ausgebildete, katholische Lehrerinnen,
„die den Kindern wirklich etwas beibringen können!“
Ab April 1873 „Auf nach Amerika!“
Noch im Spätwinter 1872/73, unter dem wachsenden Druck des Kulturkampfes in ihrer Heimat (Ordensleuten, auch den
Mallinckrodt-Schwestern, war ab 1872 Unterricht an öffentlichen Schulen verboten), gibt Mutter Pauline den Weg nach Amerika
endgültig frei.
Ein letzter Versuch, in einem persönlichen Gespräch mit Kaiser Wilhelm I. in Berlin die Existenz ihrer deutschen Ordenshäuser
zu retten, schlägt fehl. Der Kaiser empfängt Mutter Pauline, die unter Fürsprache führender westfälischer Regierungsstellen um eine
Audienz gebeten hatte, nicht. Sie erreicht nichts und reist bitter enttäuscht heim.
Im April 1873 verlassen die ersten acht Mallinckrodt-Schwestern auf einem Dampf-Segelschiff Bremerhaven Richtung New Orleans:
Die Schwestern Xaveria Kaschke (Leiterin), Meinolpha Helle, Adele Weinert, Apollonia Rumpe, Georgia Lehmann, Cortona Busch,
Anselma Stiepeldey und Lydia Saken.
Am 4. Mai trifft das Schiff „Frankfurt“ im Hafen von New Orleans ein. Pastor Bogaertz, der Kirchenvorstand und über 100 Schulkinder
begrüßen die Ankömmlinge am Kai. Unter Glockengeläut und dem „Te Deum“ geht es mit den Schwestern nach „St. Heinrich“, einer
schlichten Pfarrkirche aus Holz inmitten kleiner Wohnhäuser und üppiger, subtropischer Gärten.
Paulines erste Reise in die „Neue Welt“
Unterdessen bereitet Mutter Pauline ihre erste eigene Reise in die U.S.A. vor, um das neue Missionsfeld ihres Ordens persönlich
auszukundschaften und vor allem nach einem Platz für das notwendige nordamerikanische Mutterhaus Ausschau zu halten.
Nachdem ihr Onkel Bernhard von Hartmann, Bankier in Bielefeld, ausreichend US-Devisen beschafft hat, bricht sie am 24. Mai 1873 von
Bremerhaven aus mit dem Dampfer „Hermann” nach Nordamerika auf. Gleichzeitig kündigt sie Pastor Nagel in Wilkes-Barre (Pennsylvania), der
die Bitte seiner Amtsbrüder Bickmann und Kögerl um Entsendung von Schwestern erneuert hatte („Wir haben inzwischen auch ein Schulhaus!“),
ihren späteren Besuch per Schiff und Eisenbahn an. Denn dort, geographisch anscheinend zentral gelegen, ist ihr Bauland für ein amerikanisches
Provinzial-Mutterhaus angeboten worden.
Unterwegs lernt Mutter Pauline Englisch. Über Baltimore, Philadelphia, Cincinnati reist sie per Schiene und Schiff nach New Orleans. Ihrem
Bischof Konrad Martin in Paderborn schreibt sie: “Von den ungeheuren Länderstrecken und dem weiten Arbeitsfeld in Amerika macht
man sich nicht leicht eine Idee, so riesengroß ist hier alles...“
Endlich ist Mutter Pauline bei ihren Schwestern in New Orleans. Der Sommer beginnt. Im Mississippi-Delta ist es drückend heiß. Die
Schwestern unterrichten bereits mehr als 100 Kinder. Mutter Paulines Rat: „Haltet nicht nur in Deutsch, sondern genauso auch in
Englisch Schule!“
„Willkommen im Land der Freiheit!“
In den folgenden Wochen ist die Ordensgründerin nahezu pausenlos reisend, planend, ratend und
entscheidend tätig:
- Hilfe bei der Einrichtung des Schwesternhauses an St. Heinrich. Rückreise nach Norden.
- In Wilkes-Barre (Pennsylvania) für sie und die
- sie begleitende Schwester Gonzaga Kreymborg herzliche Begrüßung durch Pfarrer Peter C. Nagel, den sie
bereits von dessen Paderborn-besuch im Jahre 1871 her kennt.
Im Fackelzug und mit dem Ruf: „Willkommen im Land der Freiheit!“ werden die beiden
Schwestern zur Kirche geführt. Hier sodann Besichtigung der neuen, dreistöckigen und sechsklassigen Schule: “Nur Lehrerinnen
aus Deutschland fehlen!“, stellt Pfarrer Nagel bedauernd fest.
Anschließend Besuch beim Bischof von Scranton, der im Wyoming-Tal an den Kohlenminen von Wilkes-Barre ein passendes Grundstück für das
Mutterhaus anbietet.
Beschluss: Hier soll schon im Herbst 1873 mit 10 weiteren Schwestern aus Deutschland
die neue Zentrale entstehen!
In der Bronx von New York City
Weiter reist Mutter Pauline mit Schwester Gonzaga nach New York City. Erzbischof
John McClosky schickt die beiden zu Pastor Joseph Stumpe in der Bronx,
einem damals unaussprechlich ärmlichen Einwanderer-Nest. Auch hier sehnen sich die Eltern, trotz aller Not und Armut, nach
schulischem Unterricht für ihre Kinder.
Ein Gebäude haben sie bereits. Katholische Lehrerinnen hoffen sie sobald wie möglich
von den Schwestern der Christlichen Liebezu bekommen.
Die Ordensgründerin ist tief bewegt und sagt baldige Hilfe aus Wilkes-Barre zu. Sie vermerkt
in ihrem Tagebuch: „Selbst wenn unsere Kongregation fünfmal größer wäre, könnten wir
nicht alle Lehrer-Anforderungen erfüllen!“
Am 2. August 1873 tritt Mutter Pauline mit Schwester Gonzaga auf dem Dampfschiff
„Mosel“ von New York aus die Heimreise nach Bremen an.
In Paderborn ist der politische Druck aus Berlin so stark geworden, dass Bischof Konrad Martin
in einer Predigt öffentlich protestiert. Dies führt genau ein Jahr nach Mutter Paulines Heimkehr
aus den U.S.A. zu seiner Verhaftung, unter Verlust seiner deutschen Staatsangehörigkeit.
Das Theologenkonvikt in Paderborn war bereits geschlossen.
Paderborns Bischof flüchtet nach Belgien
Nach Festungshaft in Wesel und Flucht über Holland nach Belgien findet Bischof Konrad
Martin 1876 schließlich im dortigen Kloster Mont St. Guibert Unterschlupf, das Mutter
Pauline inzwischen als Ausweich-Mutterhaus erworben hat.
Die Paderborner Liegenschaften des Ordens – Mutterhaus und St.-Josephshaus – überträgt sie
an ihren Bruder Georg, Besitzer von Gut Böddeken. Trotzdem führt die Reichsregierung
zahllose Prozesse gegen den Orden und Pauline von Mallinckrodt persönlich.
Im Frühjahr 1877 sieht Mutter Pauline für sich persönlich und ihre Kongregation als letzte Mög-
lichkeit, ihr Werk innerhalb Europas zu retten, den vorerst kompletten Umzug nach Belgien.
Mutter Paulines zweite Amerika-Reise
1879, kurz vor ihrer zweiten und letzten U.S.A.-Reise, wird Mutter Pauline durch das
Generalkapitel der Schwestern der Christlichen Liebe als Generaloberin wiedergewählt.
Da sie zunächst nach Chile reist, schifft sie sich diesmal in Bordeaux ein.
Am 4. Oktober 1879 verlässt die „Potosi“ den Hafen in Richtung Südamerika. Seit 1874
sind auf den Spuren deutscher Auswanderer in Ancud, Concepción, Santiago und anderen
Orten bereits neun blühende Niederlassungen des Ordens entstanden.
Zur gleichen Zeit, als sich Bischöfe in der Weitedes nordamerikanischen Westens in Paderborn
persönlich um Priester und Lehrerinnen für ihre gerade entstehenden Kirchengemeinden der
pausenlos eintreffenden Heerscharen deutscher Einwanderer bemühten, erhielt Mutter Pauline
auch entsprechende Anfragen aus Südamerika.
Seit 1874 Mallinckrodt-Schwestern in Chile
Da die äußeren Umstände wegen bereits vorhandener Kirchen, Schulen und Wohnungen
günstig erschienen, entsandte Mutter Pauline – zeitlich nach der ersten Schwesterngruppe für
New Orleans – zwölf zuvor fachlich und „landesgerecht“ sorgsam vorbereitete Schwestern nach Ancud (Chile).
Der südamerikanische Start gelang zunächst recht gut: In Ancud entstand bereits binnen
Jahresfrist das erste südamerikanische Mutterhaus. Doch die geographischen
Verhältnisse (weite Entfernungen zu dendeutschen Siedlungen, fehlende Straßen)
waren von Europa aus wohl nicht realistisch genug eingeschätzt worden.
Zwar konnten in Ancud und Umgebung ab 1874 mehrere Schulen eröffnet werden. Das Mutterhaus wurde jedoch der zentraleren Lage
wegen schon vier Jahre nach Eintreffen der ersten Schwestern nach Concepción verlegt.
Dort konnten auch noch mehr deutsche Einwanderer erreicht werden.
Von hier aus entstanden innerhalb weniger Jahre in Angol, Cauquenes, Curicó, Santiago
und weiteren deutschen Einwandererzentren Dutzende von Schulen: Grund- und Höhere
Schulen, speziell Mädchenschulen, Lyzeen, Internate für Mädchen und Jungen, Sonntags-
schulen, ferner Hospitäler, Armen-Apotheken sowie zahlreiche Kindergärten.
1907 ist das Mutterhaus der südamerikanischen Ordensprovinz noch einmal verlegt worden,
und zwar nach San Bernardo, von wo aus fortan alle weiteren Aktivitäten auf diesem Kontinent
gesteuert wurden. Waren doch inzwischen neue, dringende Anfragen nach Eröffnung deutscher
Schulen aus südamerikanischen Nachbarländern Chiles gekommen, allen voran aus Uruguay und
Argentinien. Hier entstanden dann ab 1884 ebenfalls Schulen und Kindergärten.
Die segensreiche Tätigkeit vor allem in Chile wurde später mehrmals durch Kriege und
Aufstände, Epidemien und Erdbeben bedrohlich gestört.
Rückzug aus Mangel an Schwestern
Am stärksten beeinflusste die Arbeit der Mallinckrodt-Schwestern in Südamerika
jedoch, aufs Ganze und bis heute gesehen, ein großer Personalmangel in der Zeit nach
dem Zweiten Weltkrieg.
Ob es um eine Tätigkeit im Sanatorium für Geistigbehinderte in Montevideo (Uruguay), um Internat plus Externat plus Kinder-
garten in Darreguereira (Argentinien), um ein Kinderheim in Gilbert oder um Armen-Nähschulen in verschiedenen Städten geht,
allesamt erfolgreich geführte und zu ihrer Zeit stark in Anspruch genommene Einrichtungen -
die uruguayische Chronistin Schwester María de la Merced vermerkt 1995 enttäuscht:
„Rückzug aus Mangel an Schwestern!“,ferner „Not und Aufgaben wachsen, doch
die Zahl unserer Schwestern nimmt ab...“
*
Zurück in das Jahr 1879, als Mutter Pauline mit der „Potosi“ ihre erste, bereits blühende
südamerikanische Gründung in Chile besucht, den zwölf Schwestern für die bisher geleistete,
gewaltige Aufbauarbeit dankt und mit ihnen und den dortigen Pfarrern sorgsam den
weiteren Ausbau der Aktivitäten des Ordens diskutiert und entscheidet.
Nach dieser Visite, von ihren Schwestern und deren Schülerinnen und Schülern sowie
von dem katholischen Oberhirten in Chile hoch geehrt, nimmt Mutter Pauline an der
Pazifik-Küste ein Schiff nach Panama mit dem Ziel New York. Dort trifft sie am
26. März 1880 ein.
Mutter Pauline ist von den unsagbaren Strapazen der letzten Jahre und vor allem von
ihrer jüngsten Reise sichtlich gezeichnet: Sie hatte für ihren weiten Weg von Chile
nach Nordamerika zwar nicht die gefahrvolle Passage um Kap Hoorn herum genommen,
sondern einen Weg über Land durch Panama zur atlantischen Küste des Kontinents gewählt.
Dabei waren jedoch zu Lande und auf See schwere Unwetter zu überstehen, die,
verbunden mit Erschöpfungszuständen, die Gesundheit der früher so robusten Oberin
ruinierten.
In Melrose und in der Bronx hatten auf Anforderung des dortigen „Frontier“-
Geistlichen Joseph Stumpe bereits 10 Schwestern des Ordens die Gemeindearbeit
aufgenommen. Drei von ihnen: Sebastiana Lohkamp, Barbara Rueth und Blasia Hoynk,
unterrichteten täglich in der Gemeindeschule.
Weil ihr die schulische und karitative Arbeit in den Elendsvierteln der Bronx besonders
wichtig erschien, schickte Mutter Pauline 1874 von Paderborn aus weitere Schwestern,
insgesamt in Gruppen nacheinander 62, die in verschiedenen anderen Orten Aufbauarbeit
leisteten.
Die Schwestern in der Bronx erhielten erst 1907 ihr erstes festes, steinernes
Wohnhaus. Vorher mussten sie mehr oderweniger mit Notquartieren vorliebnehmen.
Doch das Schulwesen gedieh und wuchs unter ihren Händen: 1924 war mit dem Bau
einer neuen Schule in Melrose die gröbste Aufbauarbeit getan: „Wir haben jetzt
825 Schüler, die in 16 Klassen unterrichtet werden. 13 Klassen werden von Schwestern
unserer Kongregation geführt“, heißt es in einem Bericht an das Mutterhaus. Und: “Bis heute
sind allein hier im Bezirk Melrose seit der Gründung 120 Frauen unserer Schwestern-gemeinschaft neu beigetreten, und 53 unserer
Schüler empfingen die Priesterweihe!“
„Ihre Reise ist ein einziger Triumphzug!“
In Wilkes-Barre erlebt Mutter Pauline 1880 erleichtert die Fertigstellung des amerikanischen
Mutterhauses und der dazugehörigen, schulischen Einrichtungen. Alles ist aus Spenden der
Gläubigen finanziert und unter persönlichem Einsatz der am 10. Oktober 1873 eingetroffenen
Schwestern Stephanie Busch, Sixta von Grumbekow, Raphaele Sasse, Caroline
Horstmann, Gertrudis Hense und Engelberta Ruesing sowie deren Zöglingen gebaut worden.
Zu dieser Zeit, sieben Jahre nach Ankunft der ersten Schwestern, zählt die vom Mallinckrodt-
Orden eröffnete Pfarrschule St. Nicholas bereits 500 Schüler.
Auf ihrer letzten Visitationsreise durch Nordamerika besucht Mutter Pauline trotz ihrer
totalen körperlichen Erschöpfung sämtliche damals bereits bestehenden 28 Schulen der
Kongregation: “Nichts entging ihrer Aufmerksamkeit“, schreibt die Chronistin
und fährt fort: „Ihre ganze Reise war ein einziger Triumphzug. Was war in ihrer Heimat
alles zerstört worden, und was war dafür hier Neues und Großes entstanden!“
Erste Provinzoberin in den U.S.A.: Schwester Mathilde Kothe
Erste Oberin der nordamerikanischen Ordensprovinz mit Sitz in Wilkes-Barre ist
inzwischen Schwester Mathilde Kothe. Diese hatte schon im September 1873 mit einer
zehnköpfigen Gruppe von Schwestern reisen sollen, erkrankte jedoch. Umso einsatzfreudiger
folgte sie im April 1874 den vorausgeeilten Schwestern in die U.S.A. Ziel: Aufbau des
ersten Mutterhauses sowie dazugehöriger Schulen und Seminare.
Der Anfang in Wilkes-Barre war so armselig gewesen, dass eine der ersten dort
aufgenommenen Kandidatinnen, Schwester Domitilla Keller, Mutter Pauline berichtete:
„An manchen Wintertagen hatten wir nurein paar Stücke harten Brotes, oder gar nichts
zu essen. In den ungeheizten, zugigenHütten aus Brettern war es bitterkalt!“
Pionier-Missionar Peter C. Nagel hatte innerhalb der Diözese Scranton mit ihren
bettelarmen, etwa 100.000 irischen und deutschen Einwanderern, ab 1858 die ersten
acht deutschen Gemeinden gebildet. Er beklagte bei seinem Bischof William O’Hara
(1888-1899) nicht nur die sittliche Verwahrlosung im Kohlenrevier, sondern
das Fehlen jeglicher Schulen: “Die Kinder verwildern. Aus ihnen wird nichts, wenn
wir keine Schulen und ordentliche Lehrer bekommen!“ schrieb er an O’Hara und erhielt danach
den Auftrag, sich sofort persönlich um pädagogisch versierte Ordensfrauen aus seiner westfälischen
Heimat zu bemühen.
Pfarrer Nagel war es übrigens auch, der die Verbindung von Wilkes-Barre zu der
überwiegend von Einwanderern aus Süddeutschland gegründeten und bis heute
bewohnten Stadt New Ulm hoch oben in Minnesota (seit 1897 Standort eines
Hermannsdenkmals!) schuf und dafür sorgte, dass auch dort Mallinckrodt-Schwestern
Rechen-, Schreib- und Religionsunterricht erteilten:
„Die ‚Schwestern der Christlichen Liebe’ haben in unserer Stadt großartige religiöse
und kulturelle Aufbauarbeit geleistet“, stellt Bürgermeister Joel Albrecht zum
150-jährigen Bestehen von New Ulm im Jahre 2004 anerkennend fest. „Ihr segensreiches Wirken
ist bis heute überall zu spüren und füllt ein wichtiges schulisches und soziales Kapitel unserer
stolzen Stadtgeschichte!“
„Vereinigte Staaten sind gar so groß!“
Generaloberin Pauline besucht 1880 von Wilkes-Barre aus aber auch noch die
über 1.000 km südwestlich gelegene Filiale St. Louis, danach erneut New Orleans und
kommt aus dem Staunen über die riesige Ausdehnung des Landes nicht heraus: „Die Vereinigten
Staaten sind gar so groß!“ vermerkt sie in ihrem Tagebuch. “Doch das Größte ist gewiss, was
Jesus in diesem Land durch uns als seine unwürdigen Werkzeuge in Gang gesetzt hat.“
Trotz aller sichtbaren Aufbauerfolge hatten es die Schwestern der ersten nordamerikanischen
Ordensgründung in New Orleans unendlich schwer.
Das Schlimmste waren nicht die für europäische Verhältnisse primitiven Unterkünfte, überfüllte
Einwanderer-Quartiere und hygienische Missstände, sondern die in den 70er Jahren
des 19. Jahrhunderts im Mississippi-Delta von New Orleans periodisch auftretenden,
furchtbaren Cholera- und Malaria-Epidemien.
Für die Mallinckrodt-Schwestern war während solcher Krankheitswellen Beistand und Hilfe
für Kranke und Sterbende selbstverständlich. So erkrankten bald nach ihrer Ankunft fünf der
acht Schwestern in New Orleans an Malaria. Schwester Salesia starb 1878 an Gelbfieber,
Schwester Eulogia Klauser 1897 an derselben Krankheit.
„Staatliche Anerkennung wichtig!“
Eines gibt Mutter Pauline ihren Schwestern
und den zugehörigen Pfarreien überall, wo sie nach dem Rechten schaut, mit auf den Weg:
Nicht nur vorbildlich guten, zweisprachigen Unterricht zu erteilen, auch an nichtkatholische
Kinder, sondern sich überdies zu bemühen, durch entsprechende Examina die staatliche
Anerkennung des betreffenden US-Bundesstaates für ihre Gemeindeschulen zu erhalten.
Dieses Ziel ist in den meisten Ländern, in denen der Orden tätig gewesen ist,
zumindest im Verlauf des 19. Jahrhunderts weitgehend erreicht worden.
Eine generell und länderübergreifend vorgeschriebene Prüfung für das Lehramt
gab es in den U.S.A. im 19. Jahrhundert noch nicht. Erst 1914 wurde bundesweit die Pflicht-
prüfung für das Lehramt an Elementarschulen eingeführt.
Privatschulen wurden anerkannt, wenn sie fachlich ausgebildete Lehrkräfte aufweisen
konnten.
1910 gab es in den U.S.A. eine bundesweite Schulreform. Erst von diesem Jahr an galt:
Sechs Jahre „elementary school“, danach (weiterführend) je drei Jahre „junior school“
und „senior high school”.
Die Kirche zeitweilig als größter Anbieter schulischen Unterrichts
Im Jahre 1900 war die katholische Kirche mit 3.800 privaten Pfarrschulen der größte
Anbieter von Schulen bzw. schulischem Unterricht in den U.S.A. überhaupt.
Hierzu hatten Pauline von Mallinckrodt und ihre großenteils aus Westfalen kommenden
Schwestern entscheidend mitgewirkt!
Im August 1880 tritt Mutter Pauline von New York aus die Heimreise nach Bremen an.
Völlig entkräftet, aber glücklich über die bisherigen Erfolge ihrer Kongregation begibt
sie sich auf das väterliche Gut Böddeken bei Paderborn in der Hoffnung, hier frische Kräfte
schöpfen zu können.
Nach einem kurzen Besuch im Mutterhaus reist sie nach Mont St. Guibert, um von dort aus
die europäischen Niederlassungen zu besuchen. Am 28. Dezember 1880 kehrt Pauline von
Mallinckrodt endgültig nach Paderborn zurück. Dies war durch das sogenannte „Milderungs-
gesetz“ möglich geworden.
Im Mutterhaus hatte Mutter Pauline neben der Kapelle seit 1955 zwei einfache, bescheidene
Räume. Hier lebt sie ab Ende Dezember 1880 allerdings nur noch wenige Monate.
30.April 1881: Auf der letzten Lebensreise
Die rastlose Ordensoberin hat ihrem Körper mit dem jahrzehntelangen, schonungslosen
Einsatz für die Sache Gottes viel zugemutet. Vor Erschöpfung und aufgrund einer Lungen-
entzündung schwer erkrankt, stirbt Mutter Pauline trotz aller ärztlichen Fürsorge und
aufopfernder Pflege ihrer Mitschwestern am 30.April 1881 im Alter von erst 63 Jahren.
Die Ordensgründerin Pauline von Mallinckrodt geht wohlvorbereitet „auf die letzte Lebensreise,
in die eigentliche, himmlische Heimat bei Gott“ (zitiert aus einer ihrer letzten
Aufzeichnungen) – zu Jesus Christus, von dem sie sich persönlich beauftragt sah, einen Orden
zu gründen und mit Hilfe aller Schwestern „allein zu Gottes Ehre“ gute Werke zum Wohle
bedürftiger und leidender Menschen zu tun.
Ihre letzte Ruhestätte findet Mutter Pauline in der „Conraduskapelle“ im Garten des Mutterhauses.
Diese ist seitdem und bis heute ein Platz dankbarer Einkehr für viele Besucher, vor allem
aber für Mallinckrodt-Schwestern aus aller Welt.
Nachfolgerin Mutter Paulines und damit zweite Generaloberin des Ordens wurde die Mitgründerin
und zu dieser Zeit als Provinzoberin in den U.S.A. tätige Schwester Mathilde Kothe.
Im Sterbejahr von Mutter Pauline zählt die Kongregation insgesamt 402 Schwestern in 45
Niederlassungen. Davon arbeiten 284 Schwestern in 34 von ihnen aufgebauten schulischen und
sozialen Einrichtungen in der „Neuen Welt“: Amerika!
Allein 158 Schwestern des Mallinckrodt-Ordens aus Deutschland, viele von ihnen aus dem
westfälischen Hochstift Paderborn, wirken überaus segensreich in neun verschiedenen
Bundesstaaten Nordamerikas: Pennsylvania (12 Gründungen), New York (4), New Jersey und
Minnesota (je 3), Ohio (1), Michigan (2), Iowa (1), Missouri und Louisiana (je 2).
Für Maryland und Illinois sind seit Mutter Paulines letztem Besuch aussichtsreiche Projekte
in Vorbereitung. Außerdem bestehen in Chile bereits acht Schulen bzw. Krankenhäuser der
Schwestern der Christlichen Liebe.
223 Schwestern in U.S.A. im Schuldienst
Die nordamerikanische Provinz ist zwischen-zeitlich um viele neu hinzugekommene
Ordensangehörige aus den U.S.A. verstärkt worden, so dass zu diesem Zeitpunkt schon
223 Schwestern in den U.S.A. in meist schulischen Diensten des Ordens stehen und
in 28 Schulen der verschiedenen Qualifizier-ungsstufen unterrichten, bis hin zum
High-School-Abschluss.
Die von Mutter Pauline und ihren Mitschwestern seit 1873 in Nordamerika
gesäte Saat trägt in den Folgejahren immer reichere Früchte:
1890 gibt es in den U.S.A. bereits 50 Nieder-lassungen. Die Zahl der Schwestern beträgt
jetzt 386 und steigt bis 1900 auf 611.
1910 bestehen in den U.S.A. 57 Gründungen mit 736 Schwestern. Ihre höchste Mitgliedschaft
erreicht die bis dahin ungeteilte nordameri-kanische Provinz des Ordens im Jahre
1927 mit 868 Schwestern, die in 54 Nieder-lassungen (Schulen, Pfarr-Sozialstationen,
Bildungseinrichtungen) vorbildliche päda-gogische und soziale Arbeit leisten.
Erzbischof Mündelein predigt mutig gegen Propaganda-Goebbels
Das Mutterhaus in Wilkes-Barre war im Zuge dieser Entwicklung und des rapiden Wachstums
der Provinz längst zu klein geworden. Bereits 1912 hatten Planung und Bau eines neuen
Mutterhauses in Wilmette begonnen. Das Gelände hierfür (40 acres) wird der Provinz-
oberin Eduarda Schmitz von dem ebenfalls aus Westfalen stammenden Chicagoer Pastor
Wilhelm Netsträter, einem großen Verehrer des streitbaren wie standfesten ostwest-
fälischen Zentrums-Abgeordneten im deutschen Reichstag, Hermann von Mallinckrodt,
günstig vermittelt.
Der erste Spatenstich findet am 28. Mai 1913 statt. Planer ist der deutsche Baumeister
Hermann Gaul aus Chicago, Partner des später weltberühmt gewordenen amerikanischen
Star-Architekten Frank Lloyd Wright. In den Grundstein werden unter anderem
Dokumente und Ehrengaben aus Paderborn eingemauert, darunter ein kostbarer Behälter
mit Weihwasser aus der Conraduskapelle.
Als 1915 die in der alten Heimat bestellten Fliesen für die Flure des Mutterhauses ange-
bracht werden sollen, fehlen diese: Ein englisches Kriegsschiff hatte den deutschen
Frachter mit Fliesen aus Europa versenkt!
So musste vor Ort Ersatz geschaffen werden. Doch gelang es der Kongregation nach Ende
des Ersten Weltkriegs in zähen Verhandlungen, vom britischen Kriegsministerum eine
großzügige finanzielle Entschädigung für die versenkten deutschen Fliesen zu bekommen.
1916 war die Kapelle des Konvents fertig und wurde am 21. August desselben Jahres vom
Chicagoer Erzbischof Georg W. Mündelein geweiht, dessen Wurzeln in Ostwestfalen liegen:
Sein Großvater Franz Theodor Mündelein stammte aus einer angesehenen Familie in
Paderborn und ist vermutlich 1836 in die U.S.A. ausgewandert.
Der spätere Kardinal Mündelein ist nicht nur in Nordamerika, sondern auch in Deutschland
wegen seiner strikten Ablehnung des Hitlerreiches und speziell wegen seiner mutigen Chicagoer
Predigten gegen NS-Propagandaminister Josef Goebbels in die Geschichte des 20. Jahrhunderts
eingegangen. Diesem mutigen Kirchenmann Paderborner Abstammung hat der Mallinckrodt-
Orden während des Ersten Weltkriegs und der Nazizeit in Deutschland besonders viel Beistand
und öffentliches Verständnis in den U.S.A. zu verdanken.
1920 wird die Kongregation der Schwestern der Christlichen Liebe in Rom, Zentrum der
römisch-katholischen Kirche, sesshaft. Im Schatten des Petersdomes, auf dem Campo
Santo Teutonico, führen Mallinckrodt-Schwestern im deutschen Priesterkolleg im
Vatikan den Haushalt, ähnlich wie bereits im Priesterseminar in Paderborn, dem
deutschen Stammsitz. Sie erwerben außerdem in einem anderen Stadtteil eine Villa und
eröffnen dort eine Grundschule mit Gymnasium und Kindergarten unter dem
NamenVilla Paolina.
Provinz Nordamerika wird geteilt
Wegen der Größe der Provinz und der weiten Entfernungen wird 1927 eine Teilung in
eine Ost- und eine Westprovinz notwendig. Zentrum der Westprovinz wird Wilmette
mit Mallinckrodt-College und „Sacred Heart Convent“ als Schwesternaltenheim.
Zentrum der Ostprovinz wird ein neu erbautes Mutterhaus in Mendham, New Jersey.
Gleichzeitig mit der Teilung der nordamerikanischen Provinz wird die
südamerikanische Provinz geteilt in eine Chilenische und eine Uruguayisch/Argentinische
Provinz. Die Niederlassungen in Deutschland und im europäischen Ausland werden zu
einer eigenständigen Deutschen Provinz zusammengefasst, mit dem Mutterhaus in
Paderborn. Die Gründungen Pauline von Mallinckrodts in Amerika waren von hier
ausgegangen. Die Verbindung dorthin bleibt jedoch trotz der Verselbständigung eng, zumal
das Generalat weiterhin seinen Sitz in Paderborn behält.
Als ab 1933 der politische Druck auf Kirche und Orden beginnt und unerträglich wird und als
Goebbels Prozess- und Verleumdungskampagnen auch gegen den Orden der Schwestern der
Christlichen Liebe vom Zaun bricht, wandern weitere 87 Mallinckrodt-Schwestern zu ihren
Ordensniederlassungen in den U.S.A. aus.
Ab 1940 ist in Deutschland die Aufnahme von Novizinnen verboten. Die Ordensschwestern
übernehmen Aufgaben in Lazaretten. Paderborn geht kurz vor Kriegsende unter alliierten Bomben
in Flammen auf. Die Ordenshäuser brennen aus. Etwa 250 Schwestern werden obdachlos
und hungern wie ihre Mitbürger.
Gleich nach Ende des Krieges organisierten die nordamerikanischen Mutterhäuser in
Wilmette und Mendham tatkräftig Nahrungs- und Kleidersammlungen für Paderborn und die
Mallinckrodt-Schwestern. Die Millennium-Chronik aus Wilmette berichtet von Tausenden
von Liebesgaben, die nach genauem Plan von amerikanischen Schwestern gesammelt, verpackt
und auf den Weg in das zerstörte Deutschland gebracht wurden.
Als Jahre später in Paderborn eine Bilanz der Hilfe aus den U.S.A. gezogen wurde, ergab sich,
dass nicht eine einzige Hilfssendung verloren-gegangen war!
Mutterhaus „Ost“ residiert zunächst in angeblicher Villa George Washingtons
Nach der Teilung der nordamerikanischen Provinz war das Mutterhaus in Wilmette für alle Gründungen
westlich des Ohio zuständig, etwa von der Linie New Ulm (Minnesota) und Westphalia (Michigan)
über St. Louis bis nach New Orleans im Süden. Die Ostprovinz umfasste alle Aktivitäten östlich
dieser Linie, bis New York City im Norden und südwärts entlang der Atlantikküste.
Schwester Eduarda Schmitz, erste Provinzoberin in Wilmette, kümmerte sich auch um den Aufbau des
neuen Mutterhauses „Ost“ in Mendham. Als erstes kaufte sie, zusammen mit der Provinzoberin für die
Ost-Provinz, Schwester Alvarez Ruck, das alte „Cromwell-Mansion“,- ein leer stehendes Herren-
haus, in dem angeblich George Washington gewohnt hat, - sozusagen als erste räumliche Übergangslösung.
Von hier aus begann im September 1927 die schulische und missionarische Arbeit vor Ort.
Am 15.September 1930 legten die Schwestern in Mendham den Grundstein für ihr „richtiges“
Mutterhaus. Im Mai 1932 war die Einweihung. Nach Um- und Einzug der Schwestern in die
neuen Wohn- und Arbeitsräume wurde aus der geschichtsträchtigen „Cromwell-Mansion“ ein
wunderschönes Gästehaus der Kongregation mit dem Namen „Villa Pauline“!
Bereits ab 1927 gab es laufend Neueintritte. Die schulische Grundausbildung der jungen
Schwestern aus der Ost-Provinz übernahm bis 1940 das Mutterhaus „West“ in Wilmette.
Erst dann bekam Mendham ein eigenes Junior College.
Für 21. Jahrhundert neue Aufgaben
Sowohl vom Mutterhause „Ost“ als auch von Wilmette aus sind im Wandel der Zeit
nach dem Zweiten Weltkrieg und vor allem vor und nach der Wende zum 21. Jahrhundert,
anstelle weitgehend vom Staat übernommener schulischer Aufgaben, bahnbrechend neue
soziale wie seelsorgerliche Projekte zur Linderung von Not in der Massengesellschaft
verwirklicht worden. Dies gilt auch für die Provinzen in Südamerika und Deutschland:
-
Rehabilitation von Alkoholikern, Drogensüchtigen und psychisch Kranken,
-
Gründung bzw. Übernahme von Regional-Hospitälern und Kooperation mit staatlichen Krankenhäusern,
-
Krebs-Therapie in sozialen Brennpunkten,
-
Krankenhaus- und Telefonseelsorge,
-
Beistand und Hilfe für Aidskranke,
-
Sozialarbeit in den Slums der Millionen-Städte Nord- und Südamerikas,
-
Blindenarbeit und -betreuung,
-
Betreuung und Unterricht mehrfach-behinderter, zumeist blinder Kinder,
-
Führung von Suppenküchen
-
Schulische und soziale Hilfe für Eingeborene (Indianer/Indios),
-
Übernahme des Religionsunterrichts an Öffentlichen Schulen,
-
Sprachunterricht für asiatische und hispanische Einwanderer-Familien,
-
Altenwohnbetreuung / „Essen auf Rädern“,
-
Unterstützung katholischer Pfarreien in der Seelsorge und manches mehr.
1938: 1.072 Schwestern in 65 Nieder-lassungen in den U.S.A. im Einsatz
Zunächst nahm das Wachstum kein Ende: 1938 umfassten beide amerikanischen
Provinzen bereits 1.072 Ordensschwestern, die in 65 Niederlassungen bzw. Schulzentren
mehr als 25.000 amerikanische SchülerInnen in allen Leistungsstufen (teils bis zur
Hochschulreife) unterrichteten. Nicht wenige Schwestern hatten akademische Grade
erworben.
Rasch zunehmende Wünsche aus den Kirchengemeinden, neue und weiterführende
Schulen zu bauen, dazu deren ständige Modernisierung, auf der anderen Seite zunehmender
staatlicher Einfluss auf das Schulwesen sowie der allgemeine gesellschaftliche Wandel führten
ab den 30-er Jahren des 20.Jahrhunderts notgedrungen zu einem grundsätzlichen Kurswechsel
in der Arbeit des Ordens in den U.S.A.
Hinzu kam, dass es immer schwerer wurde, in einer säkularisierten, „modernen“ Welt
Nachwuchs für eine selbstlose, aufreibende und vom christlichen Glauben inspirierte Tätigkeit
in so vielfältigen religiösen, sozialen und pädagogischen Aufgaben zu finden.
Während des Zweiten Weltkriegs und in den 50er Jahren gab es zwar noch einige Zeit größere
Gruppen eintretender Novizinnen, die in guter Tradition und nach dem Vorbild Mutter
Paulines für das Ordensleben ausgebildet wurden und die Gelübde ablegten. Doch diese
Neueintritte konnten die Zahl der vielen, wegen Alters ausscheidenden Schwestern
bzw. Lehrerinnen mit der Zeit nicht mehr ausgleichen.
Überdies waren die Personal- und Sachkosten zur Unterhaltung von Schulen in der
bisherigen Form nicht mehr tragbar.
90 Schwestern gründen „Orden der Schwestern vom Lebendigen Wort“
Von den 60-er Jahren des 20.Jahrhunderts an kam es zuerst langsam, dann immer rascher
zur Aufgabe vieler früher einmal dringend erforderlicher, jetzt aber in staatlicher Regie
ordnungsgemäß weiterlaufender pädagogischer und medizinischer Einrichtungen in beiden
Ordensprovinzen.
Immer wieder bemühten sich die Schwestern mit großem Ernst und unter Berufung auf ihre
Ordensgründerin, während der Generalkapitel ihr tägliches Leben, die Aufgaben sowie die für
den Fortbestand des Ordens so lebenswichtige Werbung von Schwestern-Nachwuchs den Erfordernissen
der Gegenwart anzupassen.
Solches Überdenken führte nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil u.a. zur arbeitsbedingten
Änderung der Ordenstracht, Neuordnung des bislang strikt vorbestimmten Tagesablaufs
und der Gebetszeiten etc. sowie zur Frage nach einer (angesichts der räumlichen Entfernung
und der ganz speziellen Lebensverhältnisse in Amerika) noch vertretbaren, direkten
Abhängigkeit von Rom.
All dies brachte in die Westprovinz mit ihrem Mutterhaus in Wilmette jahrelange, oft
quälend-lange Diskussionen mit sich, ferner Konferenzen in Rom mit der Generalleitung
und dem Heiligen Stuhl, die aber letztendlich leider zu keiner Einigung führten. Es kam
zu einer schmerzlichen Trennung von 90 Schwestern des Ordens der Schwestern der Christlichen Liebe
innerhalb der Westprovinz und zur Gründung einer neuen Gemeinschaft unter dem Namen
„Schwestern vom Lebendigen Wort“.
Diese hauptsächlich aus Lehrerinnen bestehende Gruppe unter Führung der
bisherigen Provinzoberin der Westprovinz, Schwester Annemarie Cook, verließ das
Mutterhaus in Wilmette (mit dem Segen Roms) im Jahre 1975 und übernahm nachfolgend etwa
ein Drittel der bisherigen pädagogischen Einrichtungen und Aufgaben des Ordens
im Erzbistum Chicago und in einigen anderen Bistümern.
Vor der Trennung – 1974 – zählte die Westliche Provinz 419 Schwestern in 35 Niederlassungen.
Danach blieben den Mallinckrodt-Schwestern West mit Sitz in Wilmette unter Leitung der
neuen Provinzoberin Angelica Hengesbach, gebürtig aus Westphalia (Michigan) noch
319 Schwestern mit Aufgaben in 22 Häusern.
Schwester Angelica war zuvor übrigens etliche Jahre Leiterin einer großen katholischen Schule
sowie maßgebende pädagogische Koordinatorin am Bischofssitz in New Ulm (Minnesota)
gewesen.
Bis 1980 ging die Zahl der Schwestern in der West-Provinz auf 270 zurück, mit insgesamt
18 Niederlassungen.
Mutterhaus in Wilmette an Jesuiten
Bald war das umfangreiche, nur mit hohem Aufwand weiterzuführende Mallinckrodt College
im Mutterhaus in Wilmette finanziell nicht mehr zu halten.
1989 wurde deswegen mit der befreundeten Loyola-Universität in Chicago ein Joint Venture
vereinbart, der 1999 zu einer völligen Übergabe von “Mallinckrodt College” und “Maria
Immaculata Convent” an die Hochschule der Jesuiten führte.
Nur „Sacred Heart Convent“, Altenwohnsitz für die Schwestern der Westprovinz sowie
Standort des Ordensarchivs, blieb im Besitz der Kongregation.
Weltweit noch 900 Schwestern im Einsatz
Das Generalat des Ordens befand sich bis 1955 in der Gründungsstadt Paderborn.
Seitdem hat es, angesichts seines inzwischen fast globalen Aufgabenfeldes und zur besseren
Kommunikation mit allen zentralen kirchlichen Leitungsstellen, seinen Sitz in Rom.
Außer den Ordensprovinzen Deutschland, USA-West, USA-Ost, Chile, Uruguay-
Argentinien gibt es seit 1995 eine asiatische Gründung auf den Philippinen.
Weltweit gehörten dem Orden im Jahre 1951 nahezu 2.500 Schwestern an. Bis zum Jahre
2000 ging ihre Anzahl aufgrund des überall fehlenden Nachwuchses jedoch auf 900 zurück.
Inzwischen ist es gelungen, durch gezielte Gründung von Freundes- und Förderkreisen
sowie Aktivierung ehrenamtlicher Helfer im Sinne der 1985 durch Papst Johannes Paul II.
in Rom selig gesprochenen Gründerin Pauline von Mallinckrodt eine erfreulich wachsende
Zahl von engagierten Laien in den Aufgaben-bereichen des Ordens in Europa, Nordamerika,
Südamerika und auf den Philippinen mithelfend einzubeziehen. Und zwar überall dort, wo
Armut und Hunger, Krankheit und soziale Not am größten sind.
Name und zugleich Motto der SCC-Laien in den beiden nordamerikanischen Provinzen:
„Companions of Pauline“!
Das entsprechende Programm, seit 1988 von den Schwestern der Westlichen Provinz
entwickelt, wurde weltweit übernommen. Mitglieder können Frauen und Männer aller Berufe sein,
auch katholische Priester.
Im Jahre 2000 unterstützten bereits mehrere 100 solcher ehrenamtlich mitarbeitenden
„Companions“ tatkräftig Mallinckrodt-Schwestern bei der Erfüllung ihrer vielfältigen
karitativen und apostolischen Aufgaben.
„Den Ärmsten der Armen und Krankendie uns Christen erwiesene Liebe Gottes
durch Taten der Barmherzigkeit weiterzugeben, lautet im 21. Jahrhundert der früher wie heute
aktuelle Auftrag von Mutter Pauline“, schreibt Schwester Virginia Kuhn in der 1999
herausgekommenen Millennium-Ausgabe von „Bread Broken“, dem offiziellen Magazin
der Schwestern der Christlichen Liebe aus der Westlichen Provinz in den U.S.A.
„Wir Schwestern der Christlichen Liebe in der Östlichen und Westlichen Provinz der
Vereinigten Staaten sind stolz auf die 126-jährige Arbeit unserer Kongregation
in diesem Land und auf das 150-jährige Bestehen des von Mutter Pauline in Paderborn
gegründeten Ordens der Schwestern der Christlichen Liebe.“
Abschließend schreibt die Chronistin:
„Als wir diese Jubiläums-Chronik zusammen-
stellten, fanden wir auf allen Stufen unserer
Ordensgeschichte ein allgegenwärtiges,
goldenes Wort, das die Schwestern der seligen
Mutter Pauline stets beherzigt und in ihrem
täglichen Tun zum Wohle der Menschen
selbstlos in gute Taten umgesetzt haben:
L I E B E !“
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